Aus: Slow Food- Genießen mit Verstand, Ausgabe 02/2006

75 Prozent der Kulturpflanzen sind in den letzten hundert Jahren verloren gegangen, nur noch vier Schweinerassen stellen 98 Prozent des Bestandes. Sabine Herre hat sich auf die Suche nach den verbliebenen, aber fast ausgestorbenen Arten gemacht und die Geschmacksvielfalt wieder entdeckt.
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An der Mosel versuchen der Winzer Reinhard Löwenstein und der Brenner Hubertus Vallendar den roten Weinbergpfirsich wieder heimisch zu machen. Dieser Pfirsichbaum blüht in einem kräftigen Rosa und so präsentiert sich das schiefergraue Tal der Mosel jetzt im Frühjahr mit leuchtenden Farbtupfern. Der Pfirsich wird nicht besonders groß, hat eine pelzige Schale und rotes Fruchtfleisch, und ist „roh eigentlich gar nicht zu essen“, wie ein Liebhaber meint. Daher macht Hubertus Vallendar daraus einen Edelbrand der ganz fein nach Kräutern der Provence duftet und leicht nach Marzipan schmeckt. Man kann aber auch – zusammen mit getrockneten Datteln, Rosinen, Zwiebeln und Tabasco – ein Chutney daraus machen, das gut zu Wildschinken oder reifem Camembert passt. [.............]