Aus: Rhein-Zeitung Cochem Zell, Ausgabe Nr. 173

Mit einem Bananenbrand fing 2006 alles an: Jetzt startet Hubertus Vallendar ein Projekt mit Bananenbauern in Afrika.

In Ruanda gibt es Bananen, in Kail wird daraus Schnaps gebrannt. Jetzt will der Edelbrenner Hubertus Vallendar sein Wissen über die Verarbeitung des Obstes in das Entwicklungsland bringen

Vallendars Bemühungen um das afrikanische Partnerland, speziell um die Banane, liegen bereits viele Monate zurück: Mit dem Ruanda-Beauftragten der Verbandsgemeinde Treis-Karden, Jürgen Claßen, heckte er damals des Plan aus, einen Schnaps aus ruandischen Bananen zu brennen. Mit finanzieller Hilfe der VG und vielen Spenden wurden die gelben Früchte aus Afrika in die Eifel transportiert. Der Schnaps wurde gebrannt und wenig später mit dem "World Spirit Award 07" ausgezeichnet (die RZ berichtete). Die Ruanda-Banane wurde international bekannt. Eine Einladung des Innenministers nach Ruanda folgte kurz danach. Wichtig war dem Ehepaar Vallendar, dass sie nicht mit rheinland-pfälzischen Politikern reisen. "Wir wollten nicht flanieren und ein herausgeputztes Land sehen, sondern die Menschen und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen erleben."

Jetzt ist der Kailer Edelbrenner mit seiner Frau von der Ruandareise zurück und zeigt sich sehr beeindruckt vom Land und den Menschen. "Wir haben uns das totale Chaos vorgestellt", sagt er, "aber etwas ganz anderes erlebt." Obwohl die Ostprovinz Ruandas dicht besiedelt ist, war es sehr sauber. Außerdem bewegt sich das Leben sehr viel schneller als es die Vallendars erwartet haben.

Berührt war das Ehepaar vor allem von der Ausstrahlung der Menschen. "Trotz der großen Armut spiegelt sich in den Gesichtern der Menschen viel Zuversicht. Wenn man dann wieder in Deutschland ist und diese Jammerkultur erlebt – deprimierend."

Ruanda lebt zu 90 Prozent von der Landwirtschaft. Außerdem ist das Land bekannt für seine Früchte. Im Überfluss gibt es Bananen. Und hier setzt das Projekt von Vallendar an: "Die Menschen haben die Früchte, sie wissen wie die Bananenstauden das gesamte Jahr über Ertrag bringen, ihnen fehlt nur das Know-how, wie sie die Bananen verarbeiten können." Der Schnapsbrenner möchte nun sein Wissen den Menschen in Ruanda weitergeben. Er will den afrikanischen Bananenbauern zeigen, wie man aus den gelben Früchten einen Brei macht, aus dem Essig, Saft oder Schnaps entstehen kann.

So kam Vallendar auf seiner Ruandareise mit einem schottischen Investor zusammen, der durch seine Stiftung den Aufbau von Produktionsstätten unterstützt. Ein Empfang beim Staatspräsidenten von Ruanda, Paul Kagame, in der Hauptstadt Kigali stand ebenfalls auf dem Programm: So wurde Vallendars Projektidee auch von höchster staatlicher Ebene begrüßt. Der Botschafter Eugene Richard Gasana, der deutsche Botschafter Christian Clages, der Governor Ost Theoneste Mutsindashyaka, die Pressesprecherin des Präsidentenoffice Yolande Makolo sowie die Landwirtschaftsministerin Daphrose Gahakwa Ph.D. hörten dem Deutschen gerne zu, als er über die Möglichkeiten der Verarbeitung von Früchten aus Ruanda, insbesondere der Banane sprach.

Der Präsident zeigte großes Interesse. Er bewertete die Idee als Chance, vielen Menschen in den ländlichen Gebieten dauerhaft eine Verbesserung der Lebensbedingungen zu ermöglichen. Es wurde vereinbart, das Projekt zusammen mit den entsprechenden Stellen voranzubringen, um die Marke Ruanda-Banane auch international nach vorne zu bringen.

Vallendar und seine Frau waren beeindruckt von der einfachen und klaren Sprache des Staatspräsidenten. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Und damit dem Kailer Schnapsbrenner die afrikanischen Bananen nicht ausgehen, gab es zum Abschied ein paar Kisten mit verschiedenen Sorten. Lange muss der Vorrat gar nicht reichen, denn im August ist schon die nächste Ruandareise geplant.

 

Staatspräsident Paul Kagame und Hubertus Vallendar

Staatspräsident Paul Kagame und Hubertus Vallendar